Frankreichs Geschichte

Frankreichs Geschichte ist nicht ganz so alt, wie die manch anderer beliebter Urlaubsziele, dafür aber nicht weniger interessant. Bis in das 9. Jahrhundert hinein beherrschten die Karolinger das Gebiet des Frankenreichs, welches wesentlich mehr umfasste, als das heutige Frankreich. Durch den Vertrag von Verdun im Jahre 843 wurde Frankreich ein eigenständiges Land. Mit der Zeit bildeten sich verschiedene Regionen, wie zum Beispiel die Bretagne, die Normandie, die Grafschaften Toulouse und Champagne und noch einige andere bis heute bekannte Regionen. Nachdem die Karolinger nach und nach ausstarben, übernahm im Jahre 987 der Herzog von Franzien (Hugo Capet, Begründer der Kapetinger-Dynastie) die Herrschaft über die Region. Ab Mitte des 11.Jahrhunderts erwies sich England für einen recht langen Zeitraum (rund 400 Jahre) als eine Gefahr für Frankreich.

Dies begann im Jahre 1066 mit der Eroberung Englands durch Wilhelm, den Eroberer. Die geschiedene Frau König Ludwig VII vermählte sich im Jahre 1152 mit Heinrich Plantagenet, welcher zwei Jahre später Englands König wurde. Trotz mehrerer Machtkämpfe und Schlachten blieb das Land in französischer Hand. Unter Ludwig VIII wurde Frankreich zur Erbmonarchie. Aufgrund dieser Anordnung erhebt nach dem Tode des letzten Kapetinger-Königs wird zwar Philipp von Valois rechtmäßiger König Frankreichs, doch auch King Edward III erhebt einen Anspruch auf den Thron. Dies ist der Auslöser für den hundertjährigen Krieg (1339-1453). Nach anfänglichen Erfolgen auf englischer Seite erlangt Frankreich letztlich doch wieder die Oberhand über das Land. Jedoch brodelt es unter Oberfläche weiterhin und im Jahre 1415 beginnt der Krieg von neuem. Eine Frau war es letztlich, die für Ruhe und Frieden gesorgt hat: Jeanne d’Arc (Johanna von Orléans) bringt die Franzosen dazu, sich gegen die Engländer aufzulehnen, wurde allerdings von den Burgundern gefangen genommen und an die Engländer verraten. Sie ging als französische Nationalheldin in die Geschichte ein und wurde im Jahre 1920 von der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen. Trotz weiterer kleinerer Unruhe beruhigte sich die Lage zwischen England und Frankreich ein wenig, auch wenn die schon in englischer Hand gewesenen Gebiete Paris und die Normandie wieder zurückerobert wurden. Im Jahre 1453 dann wurde der hundertjährige Krieg als beendet angesehen.

Allerdings konnte sich diese entspannte Lage nicht allzu lange halten denn nach dem Erbfall meldeten immer wieder andere Herrscher einen Anspruch auf den französischen Thron an, so dass dies immer wieder Grund für kleinere und auch größere Kriege war. Frankreich fiel in einen Konflikt mit den Habsburgern und es folgten Hugenottenkriege.

In der Mitte der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts begann dann der Absolutismus. Kein geringer als der so genannte Sonnenkönig Ludwig XIV beherrschte Frankreich und führte das Land damit an die Spitze der Macht. Dank vieler Reformen entwickelte sich Frankreich zu einem nicht nur politisch interessanten, sondern auch wirtschaftlich angesehenem Land. Doch auch unter der Herrschaft Ludwig XIV blieb Frankreich nicht von Kriegen verschont, doch letztlich siegte Frankreich. Auf die Herrschaft König Ludwig XIV sind die heutigen Staatsgrenzen zurück zuführen.

Im Jahre 1789 erfolgte dann der Sturm auf die Bastille – daher auch der noch heute geltende Nationalfeiertag der Franzosen, der 14. Juli –, womit das Zeitalter des Absolutismus beendet werden sollte. Zwei Jahre später dann wurde die bis dahin geltende Erbfolge von der Monarchie abgelöst. Ein weiteres Jahr später wurde der damals herrschende König suspendiert.

Die erste Republik wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegründet. Napoleon ergriff 1799 die Macht und ließ in Haiti die Sklaverei wieder einführen, worauf hin sich ein Aufstand ergab, der dann letztlich zur Unabhängigkeit Haitis führte. Der selbstgekrönte Kaiser Frankreichs, Napoleon führte diverse Kriege gegen die Deutschen, die Österreicher und die Russen. Aufgrund eines Aufstandes der Spanier gelang es Napoleon nicht, auch Spanien zu erobern. Das Staatssystem Frankreichs wechselte in den folgenden Jahren mehrfach zwischen einer Republik, einer monarchischen Herrschaft und einem Kaiserreich, bevor es im fünften Versuch dann letztlich seit 1958 als „Fünfte Französische Republik“ besteht.

Während des ersten und des zweiten Weltkrieges waren Deutschland und Frankreich erbitterte Feinde. Deutschland besetzte Frankreich zwischen 1940 und 1944. Nach der Befreiung Frankreich übernahm Charles de Gaulle im September 1944 zuerst die provisorische Regierung Frankreichs. De Gaulle wurde dann ein Jahr später zum Ministerpräsidenten Frankreichs gewählt.