Sehenswürdigkeiten auf Korsika

Da Korsika so klein nicht ist, dürfte eine Rundreise vielleicht ein wenig schwierig sein, es sei denn, man plant hier einige Tage ein. Würde man allerdings zu einer solchen Rundreise aufbrechen, so könnte diese zum Beispiel hoch oben im Norden der Insel beginnen. Kap Corse, der wirklich nördlichste Zipfel Korsikas hat eine rund 40km lange Gebirgskette. Das sollte den Besucher nicht davon abhalten, die Küstenstraße entlang zufahren und in den kleinen Ortschafte, die auf dem Weg liegen, einen kleinen Stopp zu machen. Verschiedene Bauwerke, die unter anderem noch aus der Zeit der Genuesen stammen, können hier besichtigt werden. In Erbalunga, einem kleinen malerischen Fischerdörfchen, sollte man sich bei einem Spaziergang das, zum Teil noch traditionelle Treiben anschauen und genießen.

Fährt man die Küstenstraße in Richtung Süden, so gelangt man nach Bastia, der Hauptstadt des Départements Haute-Corse. Gleichzeitig ist Bastia eine wichtige Hafenstadt. Schlendert man hier durch den alten Hafen – den Port de Plaisance – erreicht man die Place Saint-Nicolas. Dieser schöne Platz zieht die Touristen vor allem wegen der vielen kleinen und liebevollen Cafés und Restaurants an. Einmal in Bastia angekommen, sollte man sich unbedingt auch auf den Weg in die Altstadt machen, denn hier stehen einige Bauwerke aus alten Zeiten, wie zum Beispiel die Kirche Saint-Jean-Baptiste, die aus der Barockzeit stammt.

Wenn man nun Bastia an der Ostküste verlässt und weiter in südlicher Richtung nach Aléria fährt, kann man bei einer kleinen Zwischenstation ein absolut wunderschönes Naturschutzgebiet besuchen: den Teich Biguglia. Hier ist das Zuhause von Wasservögeln der unterschiedlichsten Art. In Aléria angekommen, wird man ziemlich schnell merken, dass man hier in einer wirklich alten Stadt gelandet ist. Schon im 6.Jahrhundert vor Christus nutzen die alten Griechen die ganz in der Nähe liegende Bucht als natürlichen Hafen. Man kann hier auch noch einige archäologische Funde aus dieser Zeit bestaunen.

Verlässt man Aléria weiter in südlicher Richtung, so verlässt man das nördliche Département und gelangt nach Südkorsika und an die Küste von Nacres. Diese Küste bezaubert nicht zuletzt durch die abwechslungsreiche Landschaft. So findet man hier wunderschöne Sandstrände gepaart mir verträumten kleinen Buchten. Das Wasser ist „postkartenblau“ und gerade Neulinge der verschiedenen Wassersportarten werden hier ihre helle Freude haben.
Und weiter geht’s in südlicher Richtung. Für den nächsten Ort, Porto-Vecchio, sollte man ruhig ein wenig mehr Zeit einplanen. Er ist der drittgrößte Ort der Insel und gilt ebenfalls als drittgrößter Hafen Korsikas. Hier legen häufig große und imposante Kreuzfahrtschiffe an. Schon alleine deswegen lohnt sich ein Besuch am Hafen, von dem aus übrigens auch Fähren nach Marseille und Sardinien ablegen. Die kleinen Gassen der Altstadt laden zum schlendern ein, denn hier gibt es viele kleine Geschäfte, in denen es immer mal ein besonderes Highlight zu entdecken gibt. Auf dem Place de la République herrscht den ganzen Tag über reges Treiben, was sich durchaus auch bis in die sehr späten Abend- und Nachtstunden ausweiten kann. Der Ort fasziniert aber auch durch die aus dem 16.Jahrhundert stammende

Befestigungsanlage, von denen immer noch die Ecktürme erstaunlich gut erhalten sind. Am wohl beliebtesten dürften hier allerdings die unzähligen Badestrände sein, welche die Bucht umsäumen. Darunter befindet sich auch das Postkarten- und Reisekatalogmotiv, der auf der Chiappa-Halbinsel liegende Strand Palombaggia. Wer hier entspannen möchte, sollte sich jedoch vorher über einige Verhaltensweisen informieren, denn diese Inselgruppe Iles Cerbical, die man von hier aus sicherlich nicht schwer erreichen dürfte, steht unter Naturschutz.

Nächste Station auf der möglichen Rundreise um Korsika ist Bonifacio. Hier ragen weiße Felsen bis zu 60m in die Höhe. Die Stadt selbst liegt ganz oben auf den Felsen, und wird von recht gewaltigen Mauern umgeben. Schon alleine diese mächtige Erscheinung lässt erahnen, dass hier viele Touristen zu einer Besichtigungstour kommen. Sicherlich Bonifacio schon von außen beeindruckend, doch auch in der Stadt selbst wird man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Ein Grund dafür ist die Zitadelle, die hinter den Mauern der Stadt zu sehen ist. Ein weiterer Grund dürfte wohl La Manichella sein. Sicherlich ist dieser Marktplatz ein beliebter Aussichtspunkt, der einen Blick über die Mauern hinweg erlaubt, jedoch kann von hier aus auch in alle Richtungen spazieren, um die herrliche Altstadt zu ergründen.

Da mit Bonifacio die südlichste Spitze Korsikas erreicht ist, fährt man nun an der südwestlichen Küste wieder in nördlicher Richtung und erreicht die wunderschöne alte Stadt Sarténe. Besticht Bonifacio mit seinen weißen Häusern auf den weißen Felsen, so bezaubert Sarténe durch seine roten Häuser auf Granitfelsen. Auch dieses kleine Städtchen wurde einst von Mauern umgeben, doch erinnert heute nur noch ein einziger Turm an diese Zeit. Ein Bummel durch die Altstadt gibt einen tieferen Einblick auf die einstige Zeit der Stadt.

Nun geht der Weg weiter in nördlicher Richtung, und führt nach Propriano, einem der traumhaften korsischen Badeorte, der sich im Golf von Valinco befindet. Auch hier kann man von der Meeresseite wieder erkennen, dass auf hohen Felsen die eigentliche Stadt liegt. Die Strände dienen am Tage der Erholung und Entspannung, wobei es egal ist, ob man sich hier einfach nur faul in die Sonne legt, oder sich mit einer der vielen Wassersportarten fit hält. An den Abenden bis tief in die Nacht hinein beginnt an den Stränden dann das Party-Leben. Sarténe zählt zu den beliebtesten Badeorten Korsikas.

Auf dem in nördlicher Richtung weiter verlaufenden Weg in Richtung der Inselhauptstadt Ajaccio, fährt man an einer prähistorischen Fundstätte vorbei. Filitosa, so der Name dieser archäologischen Ausgrabungsstätte zählt mit zum Weltkulturerbe der UNESCO, ein Besuch lohnt sich also in jedem Fall. An der Westküste liegt nun die Ajaccio, Hauptstadt und zugleich auch größte Stadt der Insel und Geburtsort Napoleons. In Ajaccio herrscht meist reges Treiben, doch wie in anderen südländischen Städten, kehrt auch hier zur Mittagszeit eher die Ruhe ein. Da aber lange nicht alle Geschäfte oder besichtigungswürdige Objekte während dieser Zeit schließen, kann man sich getrost auf einen Spaziergang begeben. Gerade die Altstadt scheint ein magischer Anziehungspunkt zu sein. Vermutlich liegt das daran, dass viel Touristen gerne das Geburtshaus Napoleons aus der Nähe sehen möchten. Da das Haus heut ein Museum beherbergt, kann man tatsächlich viele persönliche Dinge des ehemaligen Kaisers anschauen. Im Golf von Ajaccio findet man wieder wunderschöne Sandstrände. Ein Urlaub in Ajaccio lohnt tatsächlich, denn neben schönen Tagen am Strand hat man hier gleichzeitig auch die Möglichkeit, mehr über die korsische Geschichte zu erlernen.

Begibt man sich nun weiter in nördlicher Richtung, kommt man Cargése vorbei. Nur 900 Einwohner leben in diesen kleinen Dörfchen und trotzdem wird man hier ab und auch mal einige Touristen finden. Der Grund hierfür dürfte wohl die wunderschöne Kirche sein, die in griechischem Stil erbaut wurde. Auch die meisten Häuser des Dörfchens erinnern an die Zeit, in die hier die Griechen die Oberhand über Korsika hatten.

Bevor man wieder in das nördliche Département Haute-Corse kommt, sollten man unbedingt noch die Calanche von Piana besichtigen. Einen Zwischenhalt an diesem bezaubernden Ort wird man garantiert nicht bereuen. Die Felsbuchten geben viele kleine Wunder der Natur frei, so kann bei genauerem Hinsehen einige Skulpturen erkennen, die nicht von Menschenhand erschaffen wurden sondern aus einer Laune der Natur heraus entstanden sind. Dieser unbeschreiblich Ausblick gepaart mit den Schönheiten der Natur werden es wohl der Grund für die Aufnahme in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO sein. Ein weiteres natürliches Highlight das Naturschutzgebiet Scandola sein, denn hier ist die Natur tatsächlich noch fast gänzlich unberührt.

Wieder in Haute-Corse nähert man sich nun langsam wieder dem Ausgangspunkt der Rundreise. Als nächste Station steht Calvi auf dem Plan. Man munkelt, dass Kolumbus hier geboren sein soll, was allerdings nicht unbedingt erwiesen ist. Natürlich gibt es in dieser Stadt aber auch andere, Aufsehen erregende Bauwerke, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Man braucht nur mal einen Blick auf die Zitadelle werfen und schon ist man in den Bann dieser Stadt gezogen. Doch es ist auch die Altstadt mit ihren malerischen kleinen Gassen und der Strand, der einen hier wirklich fesseln könnte. Auch der Badeort L’ile-Rousse wird den Besucher nicht mehr loslassen. Er ist der nächste Halt auf der Rundtour um die Insel und kann von Calvi auch ganz leicht mit dem Zug erreicht werden. Eine niedliche kleine Altstadt bietet gerade in den Abendstunden eine Abwechslung zu einem erholsamen Tag am Strand.

Den Abschluss macht St. Florent. Heute ist hier ein bekannte und beliebter Badeort, doch vor langer Zeit war die Stadt stark unter genuesischem Einfluss, was man auch heute noch an viele Stellen der Stadt erkennen kann. Besonders hervorzuheben ist Hafen von St. Florent. Fährt man ein wenig durch den Hafen, so hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt.