Die Stadt Nizza

Natürlich kann man schon ein klein wenig erahnen, wie schön Nizza ist, wenn man einmal – wie einst Alfred Hitchcock – einen Blick über die Dächer von Nizza wirft, und doch wird die ganze Vielfalt dieser Stadt natürlich erst dann augenscheinlich, wenn man auf dem Boden steht und die Stadt ein wenig erkundet.

Diese wunderschöne Hafenstadt in Südfrankreich liegt ganz in der Nähe von Italien, um genau zu sein, zwischen dem Fürstentum Monaco und der Stadt der Filmfestspiele Cannes, genau an der Côte d’Azur. In Nizza direkt leben nicht ganz 350.000 Einwohner, was sich nicht unbedingt sehr viel anhört. Bedenkt man aber, dass Nizza nur rund 72 km² groß ist, dann könnte man denken, dass es hier manchmal ziemlich eng sein dürfte.

Das Klima hier ist relativ mild, weshalb die Stadt auch im Winter ein ziemlich beliebter Anlaufpunkt ist. Zwar hat Nizza selbst nur einen Steinstrand, doch ist ein Urlaub hier deswegen nicht weniger interessant.

Die Gründung der Stadt geht bis in das Jahr 350 vor Christus zurück, als die Phokäer die Stadt eroberten. Nur ungefähr 200 Jahre später, waren es dann die Römer, die sich hier niederließen. Das Mittelalter war, wie für fast alle Regionen Frankreichs recht turbulent. Da waren die Ostgoten, dann das Frankenreich, die Sarazenen und noch so manch andere Herrscher, die sich die Stadt aneigneten. In der Neuzeit änderte sich daran nicht viel, die Stadt ging weiterhin durch verschiedene Hände, was nicht immer ganz spurlos an der Stadt vorbeiging. Auch Ludwig XIV regierte Nizza eine Zeit lang, doch nachdem sein Enkel die Tochter des Herzogs von Savoyen heiratete, erlangte der Herzog die Grafschaft über Nizza. Das 18.Jahrhundert war geprägt vom spanischen und österreichischen Erbfolgekrieg, aber auch von der langsam einkehrenden Ruhe gegen Ende des 18.Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte den 19.Jahrhunderts dann einigten sich auch Frankreich und das Königreich Sardinien endlich, und die Stadt wurde nun endgültig französisch. In dieser Zeit begann der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt, sicherlich nicht zuletzt auch durch die Engländer, die in der Stadt ein beliebtes Urlaubsziel erkannten.

Man merkt in Nizza schon, dass man dicht an der italienischen Grenze ist, denn die Küche hier ist zum einen die typisch französische Küche, zum anderen aber gibt es hier auch Gerichte, die nach typisch italienischen Traditionen hergerichtet werden. Das äußert sich vorwiegend in den kleinen Restaurants in und um die Altstadt Nizzas herum. Dem Duft der italienischen Kräuter kann man hier fast überall begegnen. Natürlich erhält man hier auch solch profane Gerichte, wie Nudeln und Gnocchis, die allerdings wohl das Herz eines jeden Fans der italienischen Küche höher schlagen lassen. Da Nizza aber auch zu einer der touristischen Hochburgen zählt, findet man hier auch immer Gaststätten, die Speisen aus anderen Ländern servieren. Eines jedenfalls ist sicher, Nizza gehört geographisch gesehen ganz klar zu Frankreich, in kulinarischer Hinsicht kann sich die Stadt jedoch zu vielen Ländern der Erde zählen.

Die Altstadt erinnert mit ihren verschiedenen Bauten schon ein wenig an die Zeit des Barock. Das wird besonders bei der Kathedrale Sainte-Réparate klar, die aus dem 17.Jahrhundert stammt. Bei einem Spaziergang durch die kleinen malerischen Gässchen der Altstadt Nizzas fühlt man sich doch gleich in diese schöne Zeit zurückversetzt. Das ganze Gegenteil ist die Neustadt, die man über zwei baugleiche Plätze erreicht – die Place Masséna und die Place Garibaldi. Plötzlich scheint man sich in einer anderen Welt zu befinden, in einer Welt, in der Luxus und moderne Architektur bestimmend sind. Schon die Hotels, die hier erbaut wurden, lassen den Luxus erahnen, doch sind es letztlich auch die aus der Belle Epoque stammenden Villen, die einem den Eindruck vermitteln, dass hier eher der Reichtum eine große Rolle spielt. Mit ein wenig Glück läuft einem sogar der ein oder andere Promi über den Weg.

Neben diesen in der Alt- und Neustadt stehenden beeindruckenden Bauwerken, ist Nizza aber auch in kultureller Hinsicht nicht zu verachten. Verschiedene Sammlungen namhafter Künstler sind in den Museen zu finden, die über die Stadt verteilt sind. Da wäre zum Beispiel das Musée Message Biblique mit den Bildern des Künstler Marc Chagall. Erwähnenswert sind allerdings auch das Musée des Beaux Art sowie auch das Musée d’Art et d’Art Contemporain. Hier sind es gerade die jüngeren und moderneren Künste, die zu bestaunen sind.