Normandie

Diese französische Region ist seit den 1980er Jahren in zwei Gebiete eingeteilt. Zur Basse-Normandie gehören die Départements Calvados, Manche und Orne. Dieses Gebiet liegt westlich in Frankreich und beinhaltet auch die Halbinsel Cotenin. Der Haute-Normandie gehören die Départements Seine-Maritime und Eure.

In die Normandie zieht es wohl hauptsächlich Urlauber, die es ein wenig ruhiger lieben, denn im Gegensatz zu den südlich gelegenen Küstengebieten, sind die nördlichen noch nicht vom Massentourismus überrollt worden. Nur nach und nach nimmt auch hier der Tourismus zu. Ein weiteres Plus dürfte wohl auch das Klima hier sein, denn trotzdem es auch hier im Sommer recht warm ist, hält sich die Luftfeuchtigkeit hier eher in Grenzen, was darauf zurück zuführen ist, dass ja doch immer mal wieder ein kleiner Wind aus Richtung der Küste über die Region weht.

Landschaftlich gesehen hat die Normandie einiges zu bieten. Bezeichnend sind natürlich die wunderschönen weißen Sandstrände, die sich über mehrere Kilometer hinziehen. Doch auch andere Naturhighlights zeichnen diese Region aus. Wunderschöne Felsenbuchten, traumhafte Ausblicke und vieles andere machen einen Urlaub in der Normandie zu einem wirklichen Erlebnis.

Wer nicht nur am Strand liegen bleiben möchte, sondern auch ein wenig die Gegend im Landesinnerer ergründen möchte, der wird unweigerlich auf einige der schönsten Bauwerke stoßen, so zum Beispiel in Chateau. Da Frankreich einst häufige und schwere Kämpfe gegen die Engländer führen musste, wurde hier eine imposante Festung errichtet. Der Bau dieser Festung zog sich bis zu seiner Vollendung im 17.Jahrhundert über fast 3 Jahrhunderte hin.

Geschichtsinteressierte Urlauber sollten es nicht versäumen, an einer der angebotenen Führungen durch Le Havre teilzunehmen. Hier erfährt man viele Details aus dem 2. Weltkrieg und kann erkennen, wie die Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde. In Rouen findet man einige beeindruckende kirchliche Bauwerke, die zum Teil bis in das 12.Jahrhundert zurück gehen. Doch auch der Palais de Justice, in dem sich heute das Gericht befindet, weist Spuren aus dieser Zeit nach. Spaziert man in Rouen über den alten Marktplatz, erkennt man rings herum Fachwerkhäuser, die aus der Zeit der Normannen stammen. Interessanter Mittelpunkt bildet die moderne Saint-Jeanne d’Arc-Kirche. Dieser Marktplatz erinnert an ein historisches Ereignis, denn genau hier wurde einst Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

In Bayeux kann man eine aus dem 11.Jahrhundert stammende Kathedrale besichtigen, die – wie allerdings viel Kirchen in Frankreich – den Namen Notre-Dame trägt. Natürlich hat sie nichts mit der aus dem Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ bekannte Kirche zu tun, denn die steht in Paris.

Die Stadt Caen bekannt durch Wilhelm, dem Eroberer. Der Bau der Kirche Saint-Etienne wurde unter seiner Herrschaft im normannischen Stil begonnen und später dann in gotischem Stil beendet. In Honfleur besucht am besten einmal die Chapelle Notre-Dame-de-Grace, eine aus dem 17.Jahrhundert stammende Pilgerstätte. Steht man auf dem Platz vor der Kapelle, so kann man die Stadt überblicken und hat gleichzeitig ein beeindruckendes Bild der Pont de Normandie, einer über 2 km langen Brücke, welche die Seine überquert. Weiteres Highlight in Honfleur ist eine Holzkirche, die im 15.Jahrhundert erbaut wurde.

Museumsliebhaber finden in der gesamten Region immer mal wieder einige wirklich sehenswerte Museen. So kann man zum Beispiel in Dieppe im Musée du Chateau eine recht wertvolle Sammlung der verschiedensten Schnitzereien aus Elfenbein bewundern. Weiterhin hängen hier einige Gemälde von Renoir und anderen namhaften Malern. In Le Havre gibt es gleich zwei interessante Anlaufpunkte. Da wäre einmal das Musée de l’Ancien Havre, eine Art Heimatmuseum. Das Museum ist schlich in einem sehr alten Wohnhaus zu finden und zeigt auf ziemlich beeindruckende Weise die Geschichte der Stadt. Das zweite Museum, das Musée des Beaux-Arts André Malraux beherbergt eine Auswahl an schönen und modernen Künsten. Erwähnenswert in Bayeux ist das Musée Mémorial de la Bataille de Normandie. Wie der Name unschwer vermuten lässt, werden hier anhand verschiedener Bilder und Dokumenten Details aus der Zeit um 1944 herum gezeigt. Auch verschieden Filme stehen hier im Angebot.

Obwohl man gerade jungen Menschen nachsagt, sie hätten kein Interesse an einem Museums besuch, so sind doch rund die Hälfte der jährlichen Besucher im Mémorial Caen Normandie in Caen unter 20 Jahre alt. Dieses Museum bietet den Besuchern eine geschichtliche Übersicht des vergangen Jahrhunderts. Ebenfalls in Caen liegt das Musée des Beaux-Art, welches den Besucher mit einer ansehnlichen Sammlung von Werken französischer und italienischer Künstler anlockt.

Auch auf kulinarischer Ebene gibt es einiges im Angebot. Wer kennt ihn nicht, den Calvados. Im gleichnamigen Departement gibt es natürlich gleich mehrere Hersteller des Cidres. Die vielen verschiedenen Apfelsorten, immerhin fast 50 Sorten, die zur Herstellung verwendet werden, geben jedem Cidre eine eigene Note. Man sollte es nicht glauben, doch Kenner des französischen Getränks schmecken hier die kleinen aber feinen Unterschiede. Manche Hersteller verwenden auch Birnen für die Herstellung.

Die Normandie ist aber auch für seine zahlreichen Käseprodukte bekannt. Gerade Weinliebhaber werden auf einer zur Weinprobe gereichten Käseplatte immer wieder die verschiedensten Käsesorten aus der Normandie finden.

Im Allgemeinen wird die Küche der Normandie geprägt durch die Spezialitäten des Meeres. Im Hinterland hingegen findet man kleine, gemütliche Restaurants, die auch andere kulinarische Gaumenfreuden bereit halten. Man sagt, das Fleisch der Schafe, die hier weiden, hat aufgrund der immer wehenden Meeresbrise von Natur aus einen leicht salzigen Geschmack, was sie nicht nur in Frankreich zu einer beliebten Speise macht.